Oder: Herr Hatkein-Schimmer, sein Freund und das Suchen im Schnee
Es ist Mitte Dezember. Der Winter herrscht mit strenger Hand über das Land. Was Kinderherzen höher schlagen lässt, finden Erwachsene und besonders die, die Auto fahren müssen, nicht ganz so amüsant. Verkehrschaos auf den Straßen und alle naselang Schneeschieben…nun…das eiskalte Händchen des Winters, hält halt so manches bereit.
Herr Hatkein-Schimmer liegt im Bett. Es ist fünf vor 6. Gerade träumt er von Weihnachten, dem Tannenbaum, hmmm! dem leckeren Truthahnbraten und…ah, wie sehr sich Suse, seine Frau, über das tolle „Buch ihres Lebens“ freut, ihm um den Hals fällt und….“Guten Morgen, liebe Hörerinnen und Hörer! Es ist 6 Uhr! Sie hören die Nachrichten,“ tönt es laut aus dem Radiowecker. Herr Hatkein-Schimmer wird je aus seinen Träumen gerissen. „…Weitere Schneefälle behindern in weiten Teilen Deutschlands den Flug-, Bahn- und Autoverkehr. In Berlin….“, redet der ausgeschlafene Nachrichtensprecher munter weiter.
„grrrmmmgrrmmm…“, murmelt Herr Hatkein-Schimmer in sein Kissen. „Felix, Schatz, du musst aufstehen!“ seine Frau Suse stupst ihn an.“ Es hat ohne Ende geschneit, du musst Schneeschieben und das Auto freilegen, damit die Kinder rechtzeitig zur Schule kommen!“ zärtlich drückt sie ihm einen Kuss auf die Stirn. „Oooch, es ist doch noch so früh und viel Zeit…!“ versucht Herr Hatkein-Schimmer zu überzeugen. „Nein, mein Lieber, leider nicht! Bei soviel Schnee wirst du wohl jetzt aufstehen müssen!!“ beharrt seine Frau.
Schlaftrunken richtet sich Herr Hatkein-Schimmer auf, setzt sich auf den Bettrand und verharrt erst mal einen Moment. „Das ist nicht meine Zeit…ich war gerade noch,“ er reckt sich,“in der Tiefschlafphase!“ sagt er und schüttelt langsam, aber nachdrücklich den Kopf. Seine Frau sieht ihn schmunzelnd an. „Ach Felix, egal, wann du aufstehen musst…du bist immer in der Tiefschlafphase. Auf jetzt!“ leise lachend geht sie aus dem Schlafzimmer. „ Ich mach dir erst mal einen Kaffee, und dann sieht die Welt schon anders aus.“
„Das wage ich zu bezweifeln!“ murmelt Herr Hatkein-Schimmer wieder vor sich hin. Leise ächzend erhebt er sich aus dem Bett. „Erst mal schauen, ob es wirklich so schlimm ist, wie Suse meint!“ er zieht den Rollo hoch und….“Ach du meine Güte!“ entfährt es ihm. Plötzlich, nun doch ganz wach durch den Anblick der enormen Schneemengen, lässt er sich erst mal wieder auf´s Bett fallen. „Na, da hat Frau Holle aber wirklich mal beherzt geschüttelt! Und nicht nur die Winterbetten,“ stellt Herr Hatkein-Schimmer seufzend fest. „Die Gute hat auch gleich die Sommer-, Herbst-, Übergangs- und Gästebetten mit geschüttelt!!“
Noch mal einen Seufzer rauslassend, steht er auf und zieht sich an. Aus der Küche kommt schon Kaffeeduft, was ihn sich ein bisschen schneller anziehen lässt. „Hmmmmm, das richt gut, mein Schatz!“ sagt er als er in der Küche ankommt. Mit seiner Tasse stellt er sich ans Küchenfenster und sieht die weiße Pracht. Die Äste der Bäume biegen sich unter der Last des Schnees, die Gehsteige sind kaum von der Straße zu unterscheiden. Und an den Straßenrändern befinden sich – in gleichmäßiger Reihenfolge – kleine Hügel.
„Na, da ist ja einiges vom Auto runter zu fegen!“ stellt Herr Hatkein-Schimmer fest. „Dann mache ich mich mal los! Bis später mein Schatz!“. „Bis später! Bekommst auch noch nen Kaffee, wenn du wieder reinkommst!“ zwinkernd verschwindet seine Frau im Bad. Eingepackt in dicker Jacke, mit Schal und Mütze, Handschuhen und seinen „heißgeliebten“ Schneeboots, macht Herr Hatkein-Schimmer sich auf den Weg.
Weiterlesen ...